Erzählfest

Narren, Schweine und Engel -
Ein Erzählfest, ein europäisches Forum, ein Lernportal

KLoster BenediktbeuernAm 31. Mai 2008 gegen 19 Uhr war es geschafft: Das Team des Erzählfestes hatte den Besuchern auf dem "Lernfest in Benediktbeuern" ein vierstündiges, unterhaltsames, ganzheitliches Programm geboten.

Damit lagen über 7 Monate Vorbereitung und Arbeit hinter der Geschichtenerzählerin Anke Schupp, der Leiterin und Gründerin der Geschichtenwerkstatt-Laim.

Da war zunächst die Idee für ein Erzählfest. Dann kam der Ort Benediktbeuern als absolut ideal hinzu und dann das Jubiläumsfest des "Lernfest Benediktbeuern". Es gesellte sich eine Verbindung zu Frau Dr. Thinesse-Demel hinzu, die das Geschichtenerzählen in europäischer Migrationsarbeit einsetzt und so entstand das, was sich am 31.05. vollendete: EIN ERZÄHLFEST.

Anke Schupp konnte wichtige Helferinnen und Helfer für die Idee des Erzählfests gewinnen: die Tanzgruppe Malachim (bedeutet: tanzender Engel), Wein- und Käsesponsoren, eine Praktikantin, Franziska Amend, Erzählerinnen aus Köln (Renate Schnabel) und Kirchheimbolanden (Monika Klar)  und lokale Medien.

Das Lernfest Benediktbeuern stellte den Kapitelsaal für das Erzählfest zur Verfügung. So konnte es los gehen:

Erzählerinnen des ErzählfestesAb 13.00 h flossen die Geschichten, die Menschen wurden dazu persönlich eingeladen.

Das Fest startete mit "Lerngeschichten", der Weisheit der Narren. Denn was ist weiser, als das am wenigsten Offensichtliche? Die Besucherinnen und Besucher sollten zum Nachdenken gebracht werden. Ein Selbstlernerfolg war gefragt. Kein Zeigefinger, sondern die Wirkung der Geschichte, individuell für jeden einzelnen.

Es folgten Geschichten der neueren Art aus den europäischen Nachbarländern. Überall in Europa gibt es in den verschiedenen Ländern eingewanderte Minderheiten, die oft am Rande der Mehrheitsgesellschaft stehen. Um sie zu integrieren überlegte sich das Projekt um Frau Dr. Thinesse-Demel, "Untold Stories" Geschichten einzusetzen. Die Menschen der Minderheit sollen ihre Geschichten erzählen und so auf sich aufmerksam machen. Geschichten setzen niedrigschwellig an, jede/r kann erzählen und so ist ein Ansatz zur Integration gefunden.

Tanzgruppe MalachimUm aber nicht nur zu sitzen und zuzuhören, sondern ein ganzheitliches Erlebnis zu schaffen, alle Sinne anzureizen, gab es zwischen den Geschichten Mitmachtänze von "Malachim".

Da das Wetter so schön war, hielt es uns bald nicht mehr in den Räumen, wir strömten hinaus in den Klosterinnenhof und dort gab es weitere Tänze und Geschichten.

Renate beim SchweineballDen krönenden Abschluss bildete der Erzählwettbewerb, der ab 17.00h begann. Hier wurden die Zuhörenden eingeladen, selbst Geschichten zum Besten zu geben. Um die Hemmschwelle zu senken und als Highlight eröffnete Renate den Reigen mit ihrem Schweinetanz.

Gewinner des ErzählwettbewerbesHier schmolzen alle Ängste dahin, nicht erzählen zu können. Der Weg war frei. Und tatsächlich wagten sich viele aus dem Publikum ans Erzählen heran.

Für die Moderation des ganzen Erzählwettbewerbs konnte Bettina Hof gewonnen werden. Die professionelle Erwachsenbildnerin ließ sich für die Idee des Erzähles erwärmen und stellte ihr ganzes Talent kostenfrei zur Verfügung.

Natürlich konnte auch ein Preis gewonnen werden. Der erste Preis war eine CD von Anke Schupp „Der verzauberte Kessel“. Da alle wunderbar erzählt haben, bekamen alle eine Flasche Wein.

Jetzt fehlt noch ein Sinn, der angesprochen werden muss: der Geschmackssinn. Fleißige Helferinnen bereiten das vom Tölzer Kasladen gesponsorte Käsebuffet vor, das nach dem Erzählwettbewerb eröffnet wurde. Während des Essens gab es nochmals Tänze von Malachim. Ein ausgefüllter Erzähltag geht langsam zu Ende.

Wie sieht die Aussicht für das nächste Jahr aus? Wir werden sehen, ob wir wieder Sponsoren und Begeisterte finden, die sich für ein ganzheitliches Erzählen mit Tanz und Essen erwärmen lassen.


Pressemitteilung des Tölzer Kurier vom 28.05.2008

Lernfest im Innenhof des Klosters"Gleich zwei Feste vereint das Klosterdorf am 31. Mai: Dann steigt nicht nur das traditionelle Lernfest, sondern auch ein Fest über die Erzählkunst. 'Geschichten sind etwas Urmenschliches', findet die Initiatorin des Projekts, Anke Schupp. Die Kulturpädagogin kommt aus München und möchte bewusst Alternativen gegenüber Fernsehen und Computer aufzeigen: Kinder sollen sich nicht allein durch Medien Lebenserfahrungen aneignen, sondern durch das Erzählen ihren Horizont erweitern, sagt Anke Schupp. Sie selbst hat ihre Leidenschaft für Geschichten während eines Praktikums in Wales entdeckt. (...) Im Stuhlkreis lauschen Kinder und Erwachsene zum Beispiel selbst gemachten Regenmachern: 'Bambusrohre, in denen Erbsen und Linsen auf Nägeln prasseln', erklärt Anke Schupp. Somit lassen sich Sinne wie Sehen, Hören und das Ertasten von Dingen gleichzeitig trainieren, während der Spaß im Vordergrund steht."